Was ist People Analytics?
Warum verlassen gute Mitarbeitende das Unternehmen? Welche Teams sind am produktivsten? Wo sollten wir als Nächstes einstellen? People Analytics beantwortet solche und andere Fragen mit Daten statt mit Vermutungen.
People Analytics, auch HR Analytics oder Workforce Analytics genannt, ist ein Ansatz, bei dem Unternehmen ihre Personaldaten systematisch analysieren, um bessere Entscheidungen zu treffen. Statt auf Bauchgefühl zu setzen, setzen Führungskräfte auf konkrete Zahlen und Muster, um ihr Team und Unternehmen erfolgreicher zu machen.
Wie funktioniert das konkret?
Unternehmen sammeln Daten über ihre Belegschaft, zum Beispiel zu Einstellungen, Kündigungen, Leistung, Weiterbildungen oder zur Mitarbeitendenzufriedenheit. Diese Daten werden analysiert, um Muster zu erkennen und konkrete Handlungsoptionen abzuleiten.
Was ist passiert?
Deskriptiv
Ein IT-Unternehmen stellt fest: 40 % der neuen Mitarbeitenden verlassen das Unternehmen innerhalb des ersten Jahres.
Warum ist es passiert?
Diagnostisch
Die Analyse zeigt: Mitarbeitende ohne strukturiertes Onboarding kündigen dreimal häufiger.
Was wird wahrscheinlich passieren?
Prädiktiv
Wenn nichts geändert wird, verliert das Unternehmen in den nächsten 12 Monaten weitere 30 Fachkräfte.
Was sollten wir tun?
Präskriptiv
Ein 90-Tage-Onboarding-Programm könnte die Fluktuation um 50 % senken und die Einarbeitung deutlich stabilisieren.
Warum ist das wichtig?
People Analytics hilft Unternehmen, evidenzbasierte Entscheidungen entlang des gesamten Mitarbeitendenlebenszyklus zu treffen, von der Rekrutierung über die Entwicklung bis zur Bindung. Das Ergebnis sind weniger Fehlentscheidungen, zufriedenere Mitarbeitende und letztlich bessere Geschäftsergebnisse.
Eine Hafen-Analogie
Falls Ihnen diese Erklärung noch zu abstrakt ist, hilft vielleicht dieses Bild: Stellen Sie sich vor, Sie steuern ein Kreuzfahrtschiff in den Hafen von Valletta auf Malta, einen der schwierigsten Häfen Europas mit schmaler Einfahrt, scharfen Kurven und gefährlichen Riffen. Alleine wäre das nahezu unmöglich.
Deshalb nutzen Sie Lotsen, die ständig aktuelle Daten zu Wetter, Strömungen, Gezeiten und Fahrrinnen sammeln und analysieren. Genau das macht People Analytics für Ihr Unternehmen: Es analysiert Personaldaten, um Sie sicher zu Ihren Geschäftszielen zu navigieren. Der Lotse verlässt sich nicht auf sein Bauchgefühl, sondern auf präzise Daten und genauso sollten auch wichtige Personalentscheidungen getroffen werden.
Wobei kann mir People Analytics helfen?
People Analytics unterstützt Sie in allen Bereichen, in denen Personalentscheidungen getroffen werden. Immer mit dem Ziel, Ihren Unternehmenserfolg zu sichern und Ihre Unternehmensziele zu erreichen.
- Bessere Einstellungen treffen
- Mitarbeitende halten statt verlieren
- Weiterbildung gezielt planen
- Leistung steigern
- Personalkosten optimieren
- Engagement und Zufriedenheit erhöhen
- Diversität und Fairness fördern
Bessere Einstellungen treffen
Finden Sie heraus, welche Kandidaten langfristig erfolgreich sind. Analysieren Sie, welche Eigenschaften, Hintergründe oder Qualifikationen Ihre besten Mitarbeitenden gemeinsam haben. So können Sie gezielter rekrutieren und Fehlbesetzungen reduzieren.
Beispiel: Ein Softwareunternehmen stellt fest, dass Entwickler mit bestimmten Kombinationen von Programmiersprachen 30 % produktiver sind und länger bleiben. Diese Erkenntnis fließt direkt in die nächsten Stellenausschreibungen ein.
Mitarbeitende halten statt verlieren
Identifizieren Sie Kündigungsrisiken, bevor es zu spät ist. People Analytics erkennt Muster unter Mitarbeitenden, die das Unternehmen verlassen, etwa sinkende Leistung, geringere Teilnahme an Meetings oder überfällige Weiterbildungen.
Beispiel: Ein Handelsunternehmen entdeckt, dass Mitarbeitende in Filiale A dreimal so häufig kündigen wie in Filiale B. Die Analyse zeigt: Der Filialleiter A führt keine regelmäßigen Entwicklungsgespräche. Nach gezieltem Coaching sinkt die Fluktuation um 60 %.
Weiterbildung gezielt planen
Investieren Sie Ihr Weiterbildungsbudget dort, wo es den größten Effekt hat. Statt jedem alles anzubieten, zeigen Daten, welche Schulungen tatsächlich zu besserer Leistung oder höherer Zufriedenheit führen.
Beispiel: Ein Unternehmen gibt jährlich 500.000 € für Führungs-Trainings aus. Die Analyse zeigt: Nur 2 von 10 Programmen verbessern die Teamleistung nachweislich. Das Budget wird umgeschichtet und spart 300.000 €.
Leistung steigern
Verstehen Sie, was Top-Performer anders machen. Analysieren Sie Arbeitsmuster, Teamzusammensetzungen oder Arbeitszeiten, um herauszufinden, unter welchen Bedingungen Menschen ihr Bestes geben.
Beispiel: Ein Callcenter entdeckt, dass Teams mit 5-7 Mitgliedern 25 % mehr Kundenprobleme lösen als größere oder kleinere Teams. Die Umstrukturierung führt zu höherer Kundenzufriedenheit und zu weniger Stress für die Mitarbeitenden.
Personalkosten optimieren
Planen Sie Ihren Personalbedarf vorausschauend. Vermeiden Sie teuren Personalmangel oder unnötige Überstunden, indem Sie analysieren, wann und wo Sie wie viele Mitarbeitende benötigen.
Beispiel: Ein Logistikunternehmen prognostiziert anhand historischer Daten und Auftragstrends, dass im Dezember 40 % mehr Lagermitarbeitende benötigt werden. Durch frühzeitige befristete Einstellungen werden teure Last-Minute-Zeitarbeitskräfte vermieden.
Engagement und Zufriedenheit erhöhen
Messen Sie nicht nur, ob Mitarbeitende zufrieden sind, sondern verstehen Sie auch, warum. Verknüpfen Sie Umfragedaten mit weiteren Kennzahlen, um die wirklichen Treiber des Engagements zu identifizieren.
Beispiel: Ein Unternehmen hat niedrige Engagement Werte. Die Analyse zeigt: Nicht das Gehalt ist das Problem, sondern die fehlende Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Nach der Einführung von Homeoffice-Optionen steigt das Engagement um 35 %.
Diversität und Fairness fördern
Decken Sie unbewusste Vorurteile in Ihren Prozessen auf. Analysieren Sie, ob Gehälter, Beförderungen oder Einstellungen fair verteilt sind - oder ob bestimmte Gruppen systematisch benachteiligt werden.
Beispiel: Ein Technologieunternehmen stellt fest, dass Frauen bei gleicher Qualifikation 15 % seltener befördert werden. Durch strukturierte Beförderungskriterien und objektive Bewertungen wird der Unterschied innerhalb von zwei Jahren ausgeglichen.